Belege der Inflationszeit

Portoperiode 21 - Nachläufer

PP 21 | 20.10.23 - 31.10.23 | 10 Mio. M

Portoperiode 21: 20.10.1923 - 31.10.1923 (12 Tage)

Drucksachen | Ortspostkarten | Fernpostkarten | Ortsbriefe | Fernbriefe | Andere Belege | Belege mit Dienstmarken | Auslandsbelege

 

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

Fernbrief bis 20g,
Einschreibgebühr

 

Diese Marke taucht in der PP 21
nur ganz selten auf, aber es gibt sie.

 

Diese Marke war für Briefe bis 20g
ins Ausland vorgesehen.

Portoperiode 22: 01.11.1923 - 04.11.1923 (4 Tage)

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Hatte man sich zuvor noch mit einer Verdoppelung der Portosätze beschieden, wurden hier nun die Portosätze gleich verzehnfacht. Lediglich bei den Gebühren für Einschreiben und Eilzustellung gab sich die Reichspost mit dem Faktor 5 zufrieden.

Viel interessanter jedoch ist die Tatsache, dass sich es hier mit nur vier Tagen um die kürzeste Portoperiode der Reichspost überhaupt handelt. Hinzu kommt noch, dass der 1.11. in Teilen Deutschlands Feiertag war und der 4.11. auf einen Sonntag fiel.

 

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

40 mio.

 

Einschreibgebühr

 

Fernbrief bis 20g

 

Sind in dieser Portoperiode
auch schon gesichtet worden.

Portoperiode 23: 05.11.1923 - 11.11.1923 (7 Tage)

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Weil es beim vorigen Mal so gut geklappt hat, wurden bis auf wenige Ausnahmen die Porti erneut um den Faktor 10 angehoben.

 

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

Fernbrief bis 20g,
Einschreibgebühr

 

Ist in dieser Portoperiode
auch schon gesichtet worden.

Portoperiode 24: 12.11.1923 - 19.11.1923 (8 Tage)

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Und weil die Leute sich anscheinend schon daran gewöhnt hatten, wurden praktisch alle Porti nochmals um das zehnfache erhöht.

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

Fernbrief bis 20g,
Einschreibgebühr

 

taucht in dieser Portoperiode
erstmalig auch auf.

Des weiteren bescherte ein Streik in der Reichsdruckerei den Sammlern schließlich auch noch die OPD II-Ausgaben.

Portoperiode 25: 20.11.1923 - 25.11.1923 (6 Tage)

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Nachdem in den vorherigen Perioden das Porto durchweg verzehnfacht wurde, begnügte sich die Reichspost nun mit einer fast „lächerlichen“ Verdoppelung der Tarife.

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

4 Milliarden

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

Fernbrief bis 20g,
Einschreibgebühr

 

Und auch der höchste Wert kommt
in dieser Portoperiode erstmalig vor.

Portoperiode 26: 26.11.1923 - 30.11.1923 (5 Tage)

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In dieser Portoperiode gab es keine neuen Marken mehr, denn die Reichsdruckerei arbeitete mit Hochdruck an der Herstellung der Rentenpfennig-Marken, damit diese ab 1. Dezember auch rechtzeitig an den Postschaltern zur Verfügung standen.

Die Besonderheit dieser Portoperiode ist, dass die vorhandenen Marken ohne weitere Kenntlichmachung nun zum Vierfachen von der Reichspost verkauft wurden bzw. von ihr angenommen werden mussten.

 

Belege dieser fünf Tage – und nur solche – werden als „Novemberbriefe“ oder „Novemberfrankaturen“ bezeichnet.

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

16 Milliarden

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

40 Milliarden

 

Fernbrief bis 20g,
Einschreibgebühr

 

80 Milliarden

Portoperiode 27a: 01.12.1923 - 31.12.1923 (31 Tage)

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Ab dem 1. Dezember kamen die Rentenpfennig-Marken an die Postschalter und der Verkauf von Inflationsmarken wurde eingestellt. Die Vierfachaufwertung der letzten Novembertage wurde rückgängig gemacht und die Marken hatten wieder den aufgedruckten Wert. Alllerdings entsprachen nun 10 Milliarden Mark einem Rentenpfennig. Die neuen Tarife entsprachen nochmals einer Erhöhung um 25%.

 

Belege mit Inflationsmarken vom Dezember 1923 werden als „Dezemberbriefe“ oder „Dezemberfrankaturen“ bezeichnet und sind nicht in Mengen zu finden.

 

Bis 31. Dezember konnten die Inflationsmarken aufgebraucht werden und so finden wir in dieser Portoperiode drei Kategorien:

  • Belege nur mit Inflationsmarken
  • Belege mit Inflations- und Rentenpfennig-Marken, die als „Übergangsfrankaturen“ bezeichnet werden.
  • Belege nur mit Rentenpfennig-Marken (werden in Portoperiode 27b vorgestellt)

 

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

30 Milliarden
3 Rentenpf.

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

50 Milliarden
5 Rentenpf.

 

Fernbrief bis 20g

 

100 Milliarden
10 Rentenpf.

 

Einschreibgebühr

 

200 Milliarden
20 Rentenpf

Portoperiode 27b: ab 01.12.1923

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Hier werden nun Belege vorgestellt, die ausschließlich mit Rentenpfennig-Marken frankiert worden sind. Es kommen aber nur solche vom Dezember 1923 zur Ansicht.

 

Die Portotarife der gebräuchlichsten Versendungsarten:

 

Drucksache bis 25g,
Ortspostkarte

 

Ortsbrief bis 20g,
Fernpostkarte

 

Fernbrief bis 20g

 

Einschreibgebühr

Hinzu kamen noch

Frankaturen mit Inflationsmarken nach dem 31. Dezember 1923

Ende Dezember 1923 verloren die Inflationsmarken ihre Frankaturgültigkeit, aber auch dies haben anscheinend einige Leute nicht mitbekommen. So gibt es auch Belege, die nach dem 31.12.1923 mit Inflationsmarken freigemacht worden sind, die sogen. „Nachläufer“. Einige sind unerkannt durchgeschlüpft, andere wurden aber mit Nachporto geahndet.

Da solche Stücke recht selten sind, lohnt eine Aufstellung nach Wertstufen nicht. Hier eine Auswahl solcher Nachläufer-Belege.

Noch eine Anmerkung zu den Inflationsmarken mit dem Schlangenaufdruck „Dienstmarke“:
Da die Versorgung des Publikums mit den Rentenpfennig-Marken absoluten Vorrang hatte, lief deren Produktion auf Hochtouren. Schließlich mussten sie am 1.12. flächendeckend in ganz Deutschland an den Postämtern vorhanden sein. Aus diesem Grund war die Herstellung der Inflations-Dienstmarken nachrangig und sie kamen meist sehr spät zur Auslieferung. Die Behörden waren sogar angewiesen, diese Dienstmarken vorrangig bis April 1924 aufzubrauchen. Das ist übrigens auch der Grund, warum Rentenpfennig-Marken mit Aufdruck „Dienstmarke“ vom Dez. 1923 zu den absoluten Raritäten zählen. 

Die damaligen Verhältnisse während der Endphase der Inflation in den Monaten Oktober und November 1923 kann man sich heutzutage fast nicht vorstellen. Das Geld verlor in immer kürzeren Abständen an Wert.

Die Grafik stellt den stündlichen Wertverlust der Mark (bezogen auf den Wert am 1. Juli 1914) dar. Am Ende betrug der Wertverlust

knapp 15 Milliarden Mark pro Stunde, das muss man erst einmal versuchen, zu realisieren.

Das Ende der Inflation wurde mit der Errichtung der Rentenbank am 15. Oktober 1923 eingeleitet. Am 15. November wurde dann die Einführung der Rentenmark beschlossen, aber es stand noch kein Umrechnungskurs zum US-Dollar fest, da die Papiermark in den Novembertagen stetig weiter an Wert verlor. Schließlich gelang die Stabilisierung bei 4,2 Billionen Papiermark (dem Kurs vom 20. November). Damit waren nun die Voraussetzungen geschaffen, neues Geld und neue Briefmarken zu drucken. Dass dies nicht über Nacht geschehen konnte, ist einsichtig. Fortan lief in der Reichsdruckerei die Produktion der neuen Rentenpfennig-Marken und Banknoten auf Hochtouren.